Rudolf-Schober-Hütte auf der Grafenalpe, I 667m

....1894 wurde von der ,,Alpinen Gesellschaft d'Stuhleckel', über Vermittlung des Sektionschefs Dr. Karl Wurmb - Erbauer der neuen Murtalbahn - auf der Grafenalpe, Gemeinde Krakauhintermühlen, 2630 m2 Grund von Sigmund Freiherr von Pranckh gekauft,
....1895 unter Organisation und Leitung des Bezirkstieraztes Dr. Bernhard Fest, Murau, von einem Zimmerer aus der Krakau mit italienischen Gastarbeitern eine Schutzhütteerrichtet und am
....l.September 1895 die Rudolf-Schober-Hütte, benannt nach dem ersten Obmann, feierlich
eröffnet und in Folge ständig renoviert, verbessert und modernisiert.
....1895 wurden neue Wege und Markierungen angelegt:
Grafenalpe - Schimpelscharte - St. Nikolai- Gr. Sölktal- Stein a.d. Enns
Grafenalpe - Hubenbauertörl- Kl. Sölktal- Stein a.d. Enns,
Grafenalpe - Rupprechtseck, Grafenalpe - Süßleiteck,
Hubenbauertörl - Predigtstuhl, Ratschfeld - Lessenberg - Krakaudorf,
Tauernwirt - Etrachsee, Etrachsee -Rupprechtseck,
Gipfelbücher in Blechkästen am Rupprechtseck, Bauleiteck, Predigtstuuhl, Süßleiteck.
Die Wege und Markierungen werden seither regelmäßig betreut und beschildert.
....1895 wurde mit der Weihnachtsbescherung bedürftiger Kinder und Familien u.a. in Krakaudorf, St. Nikolai, u. Klein Sölk begonnen und wurde zur ständigen Einrichtung.
....1898 wurde der erste Einbruch in die Rudolf-Schober-Hütte registriert. Diese Vorfälle wiederholen sich bis heute regelmäßig.
....1899 wurde das Holzhaus außen allseitig verschindelt.
....1901 wurden Rettungsgeräte, wie Trage, Seil und Hüttenapotheke deponiert,
....1904 Orientierungstafeln bei den Bahnhöfen Murau und Tamsweg aufgestellt.
....1906 Der Sauofen wird als Wild-Schutzgebiet markierungsfrei, die Wege aufs Süßleiteck und Rupprechtseck werden neu angelegt und die alten Markierungen gelöscht.
....1908 Neubau der Hüttenkanalisation nach modernsten Gesichtspunkten.
....1915 Erster autenter Kursbetrieb durch Offiziere einer Militär-Marschkompanie.
....1918 Eröffnung der ,,Russenstraße" Seebach - Krakaudorf,
....1930/31 Vergrößerung der Veranda.
....1933 Neueindeckung mit 3000 Lärchenschindeln durch Hr. Hudler.
....1935 Almauftrieb von Rindern des Herbert von Mitschka aus Niederösterreich, Märkheim in Ebendorf bei Mistelbach.
....17.8.1935 4O-Jahr Feier mit Feldmesse auf der Rudolf-Schober-Hütte.
....26.6.1955 60-Jahr Feier mit Feldmesse und Weihe des Christophorus - Marterls.
....1960/61 Bau der Versorgungsstraße Etrachsee - Grafenalm - Schoberhütte, Bau des Kellers und von 2 weiteren Gasträumen darüber,
Erneuerung des Dachstuhls und Neueindeckung mit Eternitschindeln, neuer, gemauerter Küchenherd mit Warmwasseraufbereitung;
Gesamtbaukosten ca. S 400.000,00 aus dem Verkauf des Alois-Günther-Hauses.
....1966 Eröffnung und Weihe mit Feldmesse und Musik.
....1973 Neubau einer modernen 3-Kammer-Kläranlage mit Vorreinigung.
....1991 Bau eines 3,7 l(W-Kleinwasserkraftwerkes mit 41m Fallhöhe und Elektrifizierung der Hütte. Ein heißersehnter Wunsch von mehreren Generationen wurde erfüllt ! 1994 Ersatzbau für den einsturzgefährdeten ,,Fitnessraum" mit Winter-WC.
....1999 Einbau einer neuen 10 KW -Turbine im Wasserkraftwerk.
....2001 Eine vollbiologische Kläranlage wurde errichtet, die Quellfassung erneuert,
....2002 Erweiterung und Modernisierung des Waschraumes mit Dusche und der WC - Anlagen
....2005 16,5 l(/V Notstromaggregat, mit Pflanzenöl zu betreiben, für evtl. Winterbetrieb.

 


Blick über die Grafenalm, zur Rudolf-Schober-Hütte, darüber das Bauleiteck

 

 

DIE HÜTTENWIRTE

1895 - 1923
1923 - 1925
1926 - 1934
1935 - 1936
1937
1938 - 1955
1956 - 1963
1964 - 1972
1973
1974
1975
1976 - 1977
1978 - 1979
1980
1981 - 1997
1998 - 2007
2007
2008
2009 -

Selbstversorgerhütte, beaufsichtigt durch Jakob Hlebajna
Josef Sommerauer
Walter Klein
Josef Sommerauer
Heinrich Spreitzer
Franz u. Josefine Spreitzer
Franziska Wallner
Angelika Leitner
Wilhelm Gautsch
geschlossen
Katherina Jessner
JosefPlöschberger
Konrad Lenhard
Gerhard Horvath, Gernot Fritz
Josef Maier
Hildegard Fixl †
Johannes Plessl
Lothar Gratl
Werner und Eva Hlobil

 


Die Bauarbeiten 1895

 

Die "Stuhlecker" & Die Rudolf-Schober-Hütte

4 Jahre nach der Vereinsgründung der,,Alpinen Gesellschaft d'Stuhlecker" wurde 1894 mitten im größten Zirbenwald Österreichs 2630m' Grund auf der Grafenalpe, Gemeinde Krakauhintermühlen gekauft. Innerhalb nur eines Jahres wurde auf 1667m Höhe eine Schutzhütte aus Zirbenholz von einem Zimmerer aus der Krakau errichtet - angeblich mit der Unterstützung von 100 italienischen Gastarbeitern.
Am 1 . September 1895 waren zur feierlichen Eröffnung der Hütte 400 Festgäste angereist und das Haus wurde nach dem ersten Obmann der Stuhlecker,,Rudolf-Schober-Hütte" getauft . lm Sommer 1895 wurden die ersten neuen Wege und Markierungen angelegt:
Grafenalpe - Schimpelscharte - St. Nikolai - Gr. Sölktal - Stein a.d. Enns
Grafenalpe - Hubenbauertörl- Kl. Sölktal- Stein a.d. Enns,
Grafenalpe - Rupprechtseck, Grafenalpe - Süßleiteck,
Hubenbauertörl - Predigtstuhl, Ratschfeld - Lessenberg - Krakaudorf,
Tauernwirt - Etrachsee, Etrachsee -Rupprechtseck,
und Gipfelbücher in Blechkästen am Rupprechtseck, Bauleiteck, Predigtstuhl und Süßleiteck deponiert.
Aber bereits 1906 wurde der "Sauofen" als Wild-Schutzgebiet markierungsfrei gemacht, die alten Markierungen gelöscht und die Wege aufs Süßleiteck und
Rupprechtseck neu angelegt. Die ,,Alpine Gesellschaft d'Stuhlecker" zählten damals 38 Mitglieder.
Von 1895 bis in die 50er Jahre wurden als Zeichen der Verbundenheit zwischen Stadt- und Landbevölkerung zu Weihnachten regelmäßig bedürftige Kinder aus Spital a.S., Krakaudorf, St. Nikolai, Klein Sölk und Wald beschenkt, Fahrpreisermäßigungen für die Mitglieder bei den div. Eisenbahngesellschaften
ausgehandelt und zahlreiche Veranstaltungen und Feierlichkeiten prägten das Vereinsleben.
Erst 1907 konnte dem Vereinszweck entsprechend am Stuhleck das Karl-Lechner-Haus und 1915 am Gipfel das Alois-Günther-Haus eröffnet werden. Die Stuhlecker besaßen nun drei Schutzhäuser und hatten 181 Mitglieder. Die Rudolf-Schober-Hütte wurde und wird regelmäßig betreut, verbessert,
erweitert und modernisiert. 1899 wurde das Haus allseitig außen verschindelt, seit 1901 sind Rettungsgeräte, wie Gebirgstrage, Seil und Hüttenapotheke deponiert.
1904 wurden bei den Bahnhöfen Murau und Tamsweg der 1894 erbauten Murtalbahn Orientierungstafel neu aufgestellt.
1908 wurde die Kanalisation der Hütte erneuert und 1933 das Dach durch Herrn
Hudler aus der Krakau mit 3000 Lärchenschindeln neu eingedeckt. 1930 erfolgte die Erneuerung und Vergößerung der Veranda.
1918 wurde das Krakautal durch die Eröffnung der sogenannten ,,Russenstraße" von Seeberg nach Krakaudorf an das öffentliche Straßennetz Angeschlossen. !
1935 wurden Rinder aus der Gegend von Mistelbach in Niederösterreich auf die Grafenalpe aufgetrieben und 1964 - oder war es 1965? - wurde das letztemal über die Schimpelscharte zu den Almen der Schimpelhütten aufgetrieben. Das Vieh kam angeblich teilweise aus Südtirol ! Auf der Rudolf-Schober-Hütte wurde und wird auch gerne gefeiert. 1935 die 40-Jahrfeier, 1955 die 60-Jahrfeier, 1966 wurde der Zubau feierlich eingeweiht, 1995 die
100-Jahrfeier und die traditionelle, jährliche Bergmesse im Sommer. Der erste Kursbetrieb durch Offiziere einer Militärkompanie ist 1915 dokumentiert,
wurde in der Zwischenkriegszeit abgehalten und auch heute ist das Österreichische Bundesheer regelmäßig zu Ausbildungskursen auf der Hütte.
1930 schloss sich die,,Alpine Gesellschaft d'Stuhlecker" der Sektion Austria des DÖAV als Gruppe an. Nach dem 2. Weltkrieg wird am 18.Juli 1946 die ,,Alpine Gesellschaft d'Stuhlecker neu gegründet und sie erhält ihre von den Alliierten beschlagnahmten drei Hütten zurück. 1950 tritt die ,,Alpine Gesellschaft d'Stuhlecker" dem österreichischen Alpenverein bei und heißt seither ÖAV-Sektion Stuhlecker.
1960/61 wurde gemeinsam mit den Nachbarn und anderen Anrainern die Versorgungsstraße vom Etrachsee über die Grafenalm zur Schoberhütte gebaut,
anstelle der alten Veranda wurden zwei Gasträume über dem neuen Keller errichtet, Dachstuhl und Dach erneuert und die Küche mit einem gemauerten Herd mit Warmwasseraufbereitung modernisiert. Die Gesamtbaukosten von ca. 400.000,00 Schilling wurden durch den Verkauf des Alois-Günther-Hauses am Stuhleck an die Sektion Edelweiss des Österreichischen Alpenvereins aufgebracht.
Das 1991 errichtete Kleinstwasserkraftwerk mit 3,7 KW Leistung, 41 m Fallhöhe vom Wasserwehr, mit dem ein heißersehnter Wunsch mehrerer Generationen in Erfüllung ging wurde zu klein und musste 1999 durch eine 10 KW-Turbine ersetzt werden. Auch der Holzschupfen - liebevoll ,,Fitnessraum" genannt - kam in die Jahre, musste erneuert werden und wurde gleich mit einem komfortablen Winter-WC kombiniert. Die autarke Stromversorgung wurde 2005 mit einem mit Pflanzenöl zu betreibenden Notstromaggregat ergänzt, so dass die Rudolf-Schober-Hütte seither für Niedrigwasser und für einen künftigen Winterbetrieb technisch gerüstet ist. Ständig wird an der Modernisierung der Rudolf-Schober-Hütte gearbeitet. Als 1973 eine moderne 3-Kammer-Kläranlage gebaut wurde waren wir der Meinung die Abwassersituation für lange Jahre gelöst zu haben, doch schon 2001 mußten wir aufgrund von Behördenauflagen eine Vollbiologische Kläranlage mit höchstem Reinigungsgrad der Abwässer errichten, die leider ca. 3 KW unseres wertvollen
Stromes verschlingt. Gleichzeitig wurde die Quellfassung erneuert und Waschraum mit Dusche und die Sanitäranlagen modernisiert. Kostenpunkt: ca. 1 Million Schilling, die nur durch großzügige Subventionen und Spenden aufgebracht werden konnten. Auch die Wege und Markierungen werden regelmäßig betreut und beschildert. Durch den ständigen Ausbau des österreichischen Straßennetzes endet heute unser Markierungsgebiet im Norden in St. Nikolai und Klein Sölk, im Süden in der Krakau und in Schöder, im Osten an der Sölkpaßstraße und im Westen in Krakauhintermühlen und auf der Hinterkarscharte, da wir den Predigtstuhl schon vor Jahren an die ÖAV-Sektion Graz abgeben konnten. Die Weglänge in unserem Arbeitsgebiet in den Schladminger Tauern, im Bereich der Schoberhütte beträgt z.Zt. mehr als 143 Km, befindet sich in bestem Zustand. alle Wege wurden neu markiert ist komplett mit den neuen, gelben Wegetafeln, insgesamt ca. 200 Stück, dem ,,steirischen Wegekonzept" entsprechend beschildert. Ferner sind zu betreuen: die Versicherung aufls Süßleiteck, 3 Leitern am Weitwanderweg 07 auf den Schimpelrücken, sowie 12 Brücken und Stege. Die Rudolf-Schober-Hütte war zu Beginn, bis 1923 Selbstversorgerhütte, beaufsichtigt vom Revierjäger, Hr. Jakob Hlebajna und anschließend von Anfang Juni bis Ende September, bzw. bis in den Oktober voll bewirtschaftet.
Auch heute ist sie vom 1.Juni bis 30.September durchgehend bewirtschaftet und bietet ganztags warme Küche und kühle Getränke. War die Anreise in die Krakau zu Beginn sehr umständlich und zeitaufwendig, hat sich das seit Bestehen der Russenstraße sehr verändert. War der Aufstieg zur Schoberhütte aus der Krakau oder von Schöder doch recht anstrengend, ist die Schoberhütte heute auf guten Wandenrwegen vom Parkplatz Etrachsee in 1 1/4 Stunden Gehzeit auch für Kinder erreichbar. Das ausgedehnte Wandergebiet im Bereich der Hütte bietet für alle etwas - leichte Bergwanderungen im Bereich der legendären ,,Venedigermandeln" bis zu ausgedehnten Ganztagstouren, leichte Wanderungen mit den Kindern an Heidelbeenriesen vorbei zu den glasklaren Wildenkarseen oder ins Schimpelkar mit der Möglichkeit Steinböcke oder Murmeltiere zu beobachten.
Einige der beliebtesten Touren sind: der Wildenkarsee (45 Min.), Bauleiteck 2.424m (2 Std.), Süßleiteck 2.507m (3,5 Std.), Rupprechtseck 2.591m (3 Std.), der Schrein als leichte Kletterei, oder auch der Predigtstuhl 2.543m (6,5 Std.). Die Rudolf-Schober-Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt am Weitwanderweg 02, 6 Stunden von St. Nikolai oder ca. 10 Stunden zur Breitlahnhütte.
lm Winter ist die Schoberhütte geschlossen und dem gut eingerichteten Winterraum mit Heiz- und Koch- und Schlafmöglichkeit ist mit dem AV - Schlüssel als Selbstversorger zugängig und bietet einen Stützpunkt zu vielen schönen, leichteren und schwierigen Schneeschuh- und Schitouren.

 



Die Rudolf-Schoberhütte mit Blick zum Schrein und Sauofen